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Kunstmuseum, 8, Kirchgasse, Bornwald, Olten, Bezirk Olten, Amtei Olten-Gösgen, Solothurn, 4601, Schweiz Map
6. September 2020 11:27 17 °C Overcast clouds iconOvercast clouds

Bezugnehmend auf die Hauptausstellung, welche Hochdrucke des Lostorfers Meinrad Peier (1903–1964) mit Holzschnitten von vier zeitgenössischen Kunstschaffenden (Aloïs Lichtsteiner, Scarlet Mara, Josef Felix Müller und Selina Zürrer) zusammenbringt und damit die älteste unter den Drucktechniken auf ihr aktuelles Potential hin untersucht, präsentiert «In Holz geschnitten» Holz- und Linolschnitte aus unserer Sammlung, vom 16. Jh. bis zur Gegenwart. Damit binden wir Peiers künstlerischen Nachlass, den das Kunstmuseum Olten 2018 als Geschenk seines Sohnes Hans Rudolf Peier übernehmen durfte, in den kunsthistorischen Kontext ein und verdeutlichen seine sinnfällige Einbettung in unsere Sammlung.

Den unmittelbaren Anknüpfungspunkt bilden Künstler*innen aus Peiers Generation, die, ebenso wie er selbst, ihr Schaffen als engagierte Bürger*innen in der Zwischenkriegszeit und darüber hinaus für kritische Stellungnahmen und politische Agitation nutzten. Sie dokumentierten das Leben und die Nöte der unterprivilegierten Bevölkerungsschichten in eindringlichen Bildern und produzierten für Haushalte mit kleinem Einkommen kostengünstige und einfach zugängliche Kunst.

Dass sie sich dafür bevorzugt der Technik des Holz- oder Linolschnitts bedienten, hat mehrere Gründe: Neben der charakteristischen, ausdrucksstarken und stilisierten Formensprache ermöglicht das Medium zum einen, hohe Auflagen bei konstanter Qualität kostengünstig zu drucken, zum anderen ist die Verbindung von Bild und Text sehr einfach.

Diese Vorteile verhalfen dem seit dem 15. Jh. in Europa aufkommenden Holzschnitt immer dann zur Hochkonjunktur, wenn Botschaften möglichst viele Menschen erreichen sollten, etwa über Flugblätter, Zeitungen oder Bücher. In der Ausstellung belegen dies die Kalenderdrucke des Oltner Künstlerrebells Martin Disteli (1802–1844), Arbeiten des von ihm verehrten Reisläufers Urs Graf (1485–1528) oder die erschütternden Holocaust-Darstellungen von Jörg Shimon Schuldhess (1941–1992).

Neben der politisch-gesellschaftskritischen «imagerie populaire» würdigt die Ausstellung weitere «typische» Spielformen des Holzschnitts mit kleinen Werkgruppen: vom stimmungsvoll-dekorativen Jugendstil über die krude Sprache des Expressionismus bis hin zu Material- und Formexperimenten aus jüngerer Zeit. Dank der frühen Mitgliedschaft des Kunstmuseums Olten in mehreren Vereinigungen für Originalgraphik ergänzen ausgewählte internationale Positionen die ansonsten auf Schweizerkunst konzentrierten Sammlungsbestände.

Mit Werken aus der Sammlung von: Cuno Amiet, Alice Bailly, Georg Baselitz, Minna Bühler, Max Burgmeier, Henry Bischoff, Roman Candio, Eduardo Chillida, Uglo Cleis, Marta Cunz, Martin Disler, Martin Disteli, Walter Eglin, Ignaz Epper, Franz Eggenschwiler, Hans Rudolf Fitze, Bruno Gentinetta, Urs Graf, Max Hari, Karl Hänny, Stefan Knechtel, Karl Krebs, Heinz-Peter Kohler, Max Kohler, Otto Lehmann, Rudolf Maeglin, Burkhard Mangold, Jörg Mollet, Werner Neuhaus, Emil Nolde, Jos Nünlist, Aldo Patocchi, Christian Rothacher, Hermann Scherer, Jörg Shimon Schuldhess, Mathias Spescha, Ludwig Stocker, Peter Wullimann, Emil Zbinden u. a.