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Ignaz Epper und Otto Morach

Aufbruchstimmung und Zukunftsangst vor 100 Jahren

Eine Kooperation mit der Fondazione Ignaz e Mischa Epper, Ascona

2. Dezember 2018 bis 17. Februar 2019

Vernissage, Sa, 1. Dezember 2018, 19 Uhr

Die Ausstellung rückt zwei Hauptvertreter des Schweizer Expressionismus in den Fokus, deren Schaffen bisher – abgesehen vom ersten Teil dieses Projekts im Frühling in Ascona –·nie in einer direkten Gegenüberstellung gezeigt worden ist. Auf den ersten Blick erstaunt dies kaum. Denn der St. Galler Ignaz Epper (1892–1969), der in Zürich und später in Ascona lebte, wurde vor allem als Holzschneider und Zeichner im Kreis der sozialkritischen Zürcher Künstler seiner Generation oder als Teil des «Dreigestirns» Epper – Pauli – Schürch rezipiert. Demgegenüber wurde der Solothurner Otto Morach (1887–1973) v. a. als Maler und Plakatgestalter wahrgenommen, etwa im Kontext der Gruppierung «Das Neue Leben» oder im Verbund mit seinen Freunden Fritz Baumann, Arnold Brügger und Johannes Itten.

Trotzdem sind über die expressive Formensprache hinaus viele Berührungspunkte auszumachen: Beide Künstler schufen ihr Hauptwerk im Jahrzehnt nach 1913 im Anschluss an Auslandaufenthalte, die sie in Kontakt mit den internationalen Avantgarden gebracht hatten. Vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf die provinzielle Heimat zurückgeworfen, verarbeiteten sie die gewonnenen Eindrücke anhand von Themen, die damals die Welt bewegten.

So nimmt in ihrer Arbeit die Stadt als Brennpunkt modernen Lebens grossen Raum ein. Hier manifestieren sich die gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen, wie die Auswirkungen der Industrialisierung, besonders deutlich. Aber auch die Fragilität menschlicher Existenz im Zeichen von Krieg, politischen Unruhen und wirtschaftlichem Elend treibt beide um. Seiltänzer und einsame Kaffeebesucher versinnbildlichen individuelle Ängste in einer unsicheren Zeit. Symbolhafte Bilder für die Verletzlichkeit, das Leiden und die Hoffnung der Menschen finden Morach und Epper im Rückgriff auf die christliche Ikonographie und in der permanenten Suche nach dem Licht.

Die thematisch gegliederte Gegenüberstellung, die dem «Gast» Ignaz Epper etwas mehr Platz gewährt, schält Verwandtes und Gegensätzliches im Oeuvre der beiden Künstler heraus. Einen Schwerpunkt bilden Werke der Jahre 1918/19, der Zeit des Umbruchs am Ende des Grossen Krieges.